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Herrmann Hänschn - Ein Aussteiger

Offene Ausländerfeindlichkeit, Judenhass, Sympathien für Kameradschaften - laut einer neuen Studie sind rechtsextreme Gesinnungen unter deutschen Jugendlichen weiter verbreitet als vielfach angenommen. SpagelOnline traf einen Aussteiger.

Bierhausen (Sachsen), hier treffen wir den vierundzwanzigjährigen Herrmann Hänschn. Er kennt die Szene, jahrelang war er Mitglied der Kameradschaft "Braun und alles verhauen". Herrmann sitzt am Küchentisch seiner Eltern, ein altes Arbeiterhaus an der Hauptstrasse gelegen. 70er Jahre Ost-Tapette an den Wänden, sein Vater hackt draussen Holz. Er hat eine schwarze Mütze an, wie fast immer, "Er zieht sie fast nur zum Schlafen aus." teilte uns seine Mutter mit. Herrmann schaut geistesabwesend auf die Tischdecke.

SpagelOnline: Herrmann, du warst 7 Jahre in der Szene. Wie hat denn das damals alles begonnen?

H. Hänschn: Dit war damals in da Schule. Die waren halt die Coolen, in der Ecke da standen die halt so rum un haben da Bier getrunken un Bomberjacken an. Ich un Gustav wollten da unbedingt dabei sein. Am Anfang haben wir dit jo falsch verstanden. Wir sind da beim Gustav in den Keller un ham uns mit Kacke eingerieben, der Gustav hat gesagt das macht härter. Un wir hamn halt gedacht das heisst Verschissmus un mit braun un so hat das ja auch Sinn gemacht. Dat hamn wir den aber nie erzählt.

Herrmann Hänschn bei einer Demonstration 2007

SpagelOnline: Und wie kam es dann zum Einstieg in die Kameradschaft?

H. Hänschn: Wir hamn uns halt auch so Bomberjacken gekauft un sind da so hin. Wie die dann so "Ausländer raus" gekrölt hamn, haben wir das auch gemacht un dann habn die uns auch 'n Bier gegeben.

Sein Vater kommt herrein, legt ihm die Hand auf die Schulter und sagt "Jo im Biersaufen macht der Junge mir noch gewaltig was vor!" Er streicht ihm über die Mütze. "Ich wollt ja immer das er ein ganzer Kerl wird, darum hab ich ihn ja auch Herrmann genannt, nen männlicheren Namen gibts nicht". "Klaus, jetzt lass ma den Herrmann das mit den Leuten von den Nachrichten da machen und misch dich nicht immer ein!" ruft seine Mutter aus dem Wohnzimmer. Sein Vater verschwindet wieder. Herrmann schaut wieder geistesverloren auf die Tischdecke.

SpagelOnline: Was habt ihr denn in der Kameradschaft so alles gemacht, Herrmann?

H. Hänschn: Ja halt so rumgehängt un Bier gesoffen. Die haben mich dann irgendwann Kastenvernichter genannt.

Lesen Sie das ganze Interview, ab Montag im neuen Spagel!



18.3.09 13:18

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


drunken.butterfly / Website (18.3.09 22:41)
endlich mal ein grund sich auf den montag zu freuen... wo doch da meine neue lieblingszeitschrift der spagel erscheint...
herzlichste grüße an den betreiber des blogs, gefällt mir sehr hier.

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